„Golden Girls“-Folge wegen Blackfacing-Witz aus Programm gestrichen

By peter.temel@kurier.at (Peter Temel)

„Scrubs“, „30 Rock“, „Simpsons“ und „Family Guy“: Immer mehr Comedyserien sind von Streichungen betroffen

Nun auch die „Golden Girls“. Der US-Streamingdienst Hulu hat eine Folge der Comedyserie aus dem Programm genommen, weil in einer Szene eine Art „Blackfacing“ verwendet wird. Es handelt sich um die Folge 23 aus der dritten Staffel namens „Mixed Blessings“ (auf Deutsch: „Gemischte Gefühle“).

Und darum geht es: Dorothys Sohn Michael, eine ältere schwarze Frau namens Lorraine zu heiraten. Dorothy (Beatrice Arthur) macht sich weniger Gedanken um die unterschiedliche Hautfarbe als um den gehörigen Altersunterschied, während Lorraines Familie sehr wohl Bedenken äußert, dass sie einen Weißen ehelichen wolle. Das wechseltigen Versuche, das ganze abzublasen, enden darin, dass Lorraine im Haus der „Golden Girls“ ankommt. Rose (Betty White) and Blanche (Rue McClanahan) probieren in diesem Moment gerade eine neue Schünheitsbehandlung mit Schlamm fürs Gesicht aus. Als sie auf die afro-amerikanischen Gäste stoßen, sagt Rose: „Das ist nur Dreck in unseren Gesichtern, wir sind nicht wirklich schwarz.“

„Blackfacing“ ist eine überkommene Methode in der Kulturwelt, um afrikanisch aussehende Menschen zu imitieren. Der Kunstgriff, am berühmtesten vielleicht bei der Verdi-Oper „Otello“, wird heutzutage als rassistische Darstellung aufgefasst und weithin abgelehnt.

Im Zuge der antirassistischen Proteste der „Black Lives Matter“-Bewegung hat die Verurteilung von „Blackfacing“ neuen Aufschwung genommen. Die landesweiten Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai befeuerten auch die Debatte über strukturellen Rassismus und Diskriminierung in der US-Gesellschaft.

„Scrubs“ und „30 Rock“

Anfang dieser Woche wurden drei Episoden der Ärzte-Comedy „Scrubs“, in denen Blackfacing satirisch eingesetzt wurde, aus Hulu entfernt. Auch vier Episoden der erfolgreichen Mediensatire „30 Rock“ sind betroffen. „Ich entschuldige mich für den Schmerz, den ich verursacht habe“, schrieb Autorin und Hauptdarstellerin Tina Fey in einem Statement für das Magazin Vulture. Kein Kind, das Comedy liebe, solle über die Witze stolpern und sich von

Source:: Kurier.at – Kultur

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