Nachprüfung für die Kultur im Herbst

By georg.leyrer@kurier.at (Georg Leyrer)

Statt einer Saisonbilanz: Nach einer Rumpfsaison zeigt die Kinobranche, wie kompliziert der Kulturherbst werden wird

Mit dem Abschiedskonzert für einen der längstdienenden Kulturmanager überhaupt endete eine gesamtkulturelle Saison, die es so bald nicht wieder geben wird. Aber auch: Früher wiedergeben könnte, als allen lieb sein kann.

Gerne wird sonst zum Zeugnistag auch die Bühnensaison prüfend angeschaut; mit zusammengekniffenem Auge misst man Höhen und Tiefen, Enttäuschungen und Überraschungen. Diesmal muss dieses Zeugnis entfallen: Von einem Tag auf den anderen hat die Saison geendet. Noch im Juni fährt die Kultur trotz zahlreicher Initiativen abseits der Museen auf Notbetrieb.

Der Blick auf die künstlerische Bewertung – es gab immerhin einen neuen Burgtheaterdirektor, die letzte Saison eines Staatsopernchefs – wird verstellt durch die Not und die Zukunftssorgen, die die Branche erfasst haben.

Für diese Saison gibt es kein Zeugnis, sondern ein Requiem.

Fragezeichen im Herbst

Und es herrscht neben der derzeitigen Aufbruchsstimmung die Sorge, dass nach der sommerlichen Erholungszeit die Fragezeichen im Herbst, trotz Lockerungen und größerer Besucherzahl, nicht kleiner werden.

Im Sommer geht vieles: 1000 Veranstaltungen gibt es trotz zahlreicher Absagen in den Open-Air-Räumen Niederösterreichs; auch in Wien entsprang noch ein umfangreiches Kulturprogramm an der frischen Luft. Abseits von Salzburg basiert vieles auf kleinen Locations, lokalen Initiativen, heimischen Künstlern. Wie schwer der Neustart aber dort ist, wo es nur mit internationaler Vernetzung und Innenräumen geht, zeigen die Kinos. Die können schon seit Ende Mai offen haben. Trotzdem gibt es von dieser Front keine guten Nachrichten (außer vielleicht für die Fans des wiederauferstandenen Autokinos).

Während Betreiber von Arthouse-Spielstätten die Kinostarts von neuen Filmen flexibler gestalten können, müssen etwa Großverleiher wie Constantin ihre Filmstarts vor sich herschieben: Alle neun Kinostarts, die für Mitte Juli angekündigt waren, wurden jetzt in den August verlegt.

Disney

Auch Disneys „Mulan“ wurde auf 20. August verschoben

Dazu gehören so unterschiedliche Werke wie der deutsche Animationskinderfilm „Meine beste Freundin Conni“, eine

Source:: Kurier.at – Kultur

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