Lautsprecher immer kleiner: Warum tönen kleine Bluetooth-Speaker so gross?

By Lorenz Keller

Früher brauchte es einen koffergrossen Ghettoblaster für die Outdoor-Party. Heute reicht ein faustgrosser Bluetooth-Lautsprecher. BLICK erklärt, warum die kleinen Boxen so gut sind.

Die kleinen Bluetooth-Speaker boomen. Allein in Europa wurden im Jahr 2017 laut dem Markforschungsinstitut GfK 15 Millionen Stück verkauft, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schweizer Hersteller Ultimate Ears, der zu Logitech gehört, vermeldet bei den portablen Lautsprechern ein Wachstum von über 36 Prozent in den letzten drei Jahren.

Kein Wunder, sind die Gadgets so beliebt. Einen Speaker wie die UE Boom 2, die locker für eine kleine Outdoor-Party ausreicht, gibts bereits für 130 Franken. Modelle in der Grösse einer Faust erreichen heute schnell mal 90 bis 100 Dezibel – sind also so laut wie eine Kreissäge.

Wie geht das? „Im Bereich Miniaturisierung und neue Werkstoffe wurden riesige Fortschritte gemacht», weiss Jean-Claude Frick, Technik-Experte von Comparis. So gibt es etwa neue, spezielle Kunststoffe zur Dämmung. Und auch leistungsfähige Akkus sind in den letzten Jahren massiv günstiger und besser geworden. „Zudem ist jeder Lautsprecher ein kleiner Computer, der mit Software den Klang optimiert», sagt Frick.

Vier-Millimeter-Speaker so laut wie ein Rockkonzert

Die Trends in diesem Jahr: Vernetzung, Multiroom und digitale Assistenten. Mehrere Lautsprecher lassen sich drahtlos koppeln und spielen synchron dasselbe – oder in jedem Raum etwas anders. Und über intelligente Helfer wie Alexa, Siri oder Google Assistant lässt sich alles exakt steuern.

Und die Entwicklung geht weiter. Das Fraunhofer Institut hat gerade einen Lautsprecher aus Silizium vorgestellt, der nur vier Millimeter Durchmesser hat, aber 110 Dezibel erreicht – also die Lautstärke eines Rockkonzerts. „Solche Speaker sind ideal für Smartphones, dann braucht man gar keine externen Boxen mehr», sagt der Experte.

Source:: Blick.ch – Digital

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