Rund 25 NATO-Friedenssoldaten im Nordkosovo verletzt

Zusammenstöße zwischen Serben und KFOR-Soldaten

Bei Zusammenstößen mit Serben sind rund 25 Soldaten der NATO-Friedenstruppe verletzt worden. Das teilte die NATO-geführte Kosovo-Schutztruppe KFOR am Montagabend in einer Stellungnahme mit. Die KFOR hatte ihre Präsenz verstärkt und einen Protest militanter Serben gegen den Amtsantritt albanischer Bürgermeister in den mehrheitlich serbischen Gemeinden im Norden des Kosovo gewaltsam aufgelöst.

„Bei der Bekämpfung der aktivsten Randgruppen der Menge wurden mehrere Soldaten des italienischen und ungarischen KFOR-Kontingents unprovoziert angegriffen und erlitten durch die Explosion von Brandbomben Verletzungen mit Knochenbrüchen und Verbrennungen“, erklärte die KFOR. Diese Angriffe seien inakzeptabel: Die Truppe werde ihr Mandat weiterhin unparteiisch erfüllen, wurde KFOR-Kommandant Angelo Michele Ristuccia zitiert. Österreich hat aktuell 273 Bundesheer-Soldaten im Einsatz bei der KFOR.

Die Soldaten setzten am Montagnachmittag vor dem Gemeindeamt der Ortschaft Zvecan Blendgranaten und Tränengas ein. Die Menge bewarf sie wiederum mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen, berichteten örtliche Medien. Ein Serbe wurde durch Schüsse verletzt, teilte das Krankenhaus in der nahen Stadt Mitrovica mit. Weitere Serben sollen bei den Zusammenstößen leichte Verletzungen erlitten haben, sagten Augenzeugen.

EPA/GEORGI LICOVSKI

Am Montag in der Früh hatten etwa 300 KFOR-Soldaten in Kampfmontur vor dem Gemeindeamt in Zvecan Stellung bezogen. Zugleich hatte sich auch eine größere Menge serbischer Demonstranten vor dem Amtsgebäude versammelt. Die KFOR-Truppe sollte anstelle der kosovarischen Sonderpolizei das Amtsgebäude sichern. Diese hatte sich am vergangenen Freitag Zugang zum Gemeindeamt verschafft, was schon damals gewalttätige Proteste militanter Serben ausgelöst hatte.

Zur Eskalation am Montag kam es, als sich die serbische Menge in Zvecan weigerte, die dort noch stehenden Fahrzeuge der kosovarischen Polizei wegfahren zu lassen. Der KFOR-Trupp löste daraufhin die Versammlung auf. Die Demonstranten fordern den Abzug der kosovarischen Sicherheitskräfte aus der Region. Auch verlangen sie die Absetzung von der ethnisch-albanischen Bevölkerungsgruppe entstammenden Bürgermeistern in der mehrheitlich von ethnischen Serben bewohnten Region.

Auch am vergangenen Freitag war es in Zvecan zu Zusammenstößen gekommen, nachdem militante Serben kosovarische Polizisten angegriffen hatten. Die Polizei hatte den neuen kosovo-albanischen Bürgermeister, der sein Amt antreten wollte, eskortiert. Serben hatten auch in zwei anderen Orten des Nord-Kosovo protestiert, wo ebenfalls albanische Bürgermeister die Amtsgeschäfte übernahmen. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic versetzte daraufhin die Armee in „höchste Alarmbereitschaft“ und entsandte Soldaten an die Grenze zum Kosovo.

Die drei Bürgermeister waren im April gewählt worden, wobei fast alle Serben die Kommunalwahl boykottiert hatten. Deshalb kommen die Wahlsieger aus albanischen Parteien. Die bisherigen serbischen Bürgermeister hatten ihre Funktionen im November 2022 aus Protest gegen die Politik der kosovarischen Regierung niedergelegt.

Der kosovarische Ministerpräsident Albin Kurti setzte in der vergangenen Woche die Bürgermeister ein und widersetzte sich damit den Forderungen der EU und der USA.

Westliche Länder sowie die NATO hatten das Vorgehen der kosovarischen Polizei am Freitag im Nord-Kosovo ungewöhnlich deutlich verurteilt. Am Montag bestätigte die KFOR in der Hauptstadt Pristina die Verstärkung ihrer Präsenz im Norden. „Das Ziel ist es, ein sicheres Umfeld und Bewegungsfreiheit für alle Gemeinschaften im Kosovo zu schaffen“, hieß es in einer Mitteilung.

Das 1,8-Millionen-Einwohner-Land Kosovo mit seiner mehrheitlich ethnisch-albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von Belgrad bis heute als serbische Provinz betrachtet. …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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