Skandal um Schummelsoftware: Toyota beerdigt den Diesel

By Patrik Berger

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Dieselmotoren geraten immer mehr ins Abseits. Mit Toyota gibt erstmals grosser Autobauer den Verzicht auf den Selbstzünder bekannt. Auch in Frankreich denkt man darüber nach.

Jetzt gehts dem Diesel an den Kragen: Als erster grosser Autohersteller verabschiedet sich Toyota nach dem Abgas-Skandal bei Volkswagen schrittweise von Diesel-Fahrzeugen. Für das neue SUV-Modell C-HR werde kein entsprechender Motor angeboten, sagte Vizepräsident Didier Leroy der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Autosalon in Paris.

Der Grund: Die Nachfrage nach den Selbstzündern mit dem lädierten Ruf lasse deutlich nach, sagte er. Bei der Neuauflage anderer Modelle wie dem Golf-Konkurrenten Auris werde Toyota wahrscheinlich ähnlich entscheiden, ist aus Paris zu vernehmen.

Zieht Renault nach?

Damit nicht genug: Sogar der französische Konkurrent Renault zeichnet ein eher düsteres Bild für die Aussichten der Technologie. Insidern zufolge dürfte der Autohersteller kaum noch Wagen mit Dieselmotoren herstellen. Das erstaunt, weist Frankreich doch einen der höchsten Anteile an Dieselfahrzeugen weltweit auf. Zudem ist der Liter Diesel an den Zapfsäulen der Grande Nation deutlich günstiger zu haben als Bleifrei.

Das Umdenken in Gang gebracht hat der Skandal um manipulierte Software in Motoren des VW-Konzerns. Deren Steuerung erkannte, wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand lief. Und stiess dann weniger Schadstoffe aus, als im Normalbetrieb. Der Konzern aus Wolfsburg (D) muss weltweit hunderttausende Motoren umrüsten. Und sieht sich mit Klagen in Milliardenhöhe konfrontiert.

Source:: Blick.ch – Wirtschaft

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