Hinterhäuser: „Wir sind dazu da, etwas stattfinden zu lassen“

By thomas.trenkler@kurier.at (Thomas Trenkler )

Am 1. August starten die Salzburger Festspiele. Intendant Markus Hinterhäuser über die Jubiläumsausgabe allen Widrigkeiten zum Trotz

Am Samstag beginnen die Salzburger Festspiele – coronabedingt ohne Reden, ohne Tamtam – mit der „Elektra“ und dem „Jedermann“. In der Getreidegasse wuselt es – fast wie eh und je. Im Festspielbezirk aber herrschen strikte Sicherheitsvorkehrungen. Die Interviews finden, wenn möglich, nur im Freien statt – auf der sogenannten Presseterrasse unmittelbar über der Felsenreitschule. So auch dieses mit Markus Hinterhäuser. Der Pianist, 1958 in La Spezia geboren, leitet das Festival, das heuer sein 100-Jahr-Jubiläum feiert, seit 2017.

KURIER: Müssten Sie nicht ein oranges Band mit Ausweis um den Hals tragen?

Markus Hinterhäuser: Schon. Aber ich bin ja nicht ganz unbekannt im Festspielbezirk. Wir achten streng auf die Sicherheitsmaßnahmen, es gibt eine unglaubliche Disziplin bei den Mitarbeitern und Künstlern! Und ich wäre verrückt, würde ich mich nicht an die Regeln halten. Die Sorglosigkeit, die es derzeit in Teilen der Bevölkerung gibt, erstaunt mich.

Sie sitzen daher zwei Meter entfernt. Wenn es nach Ihnen gegangen wäre: Hätten Sie die Festspiele abgesagt?

Die Wochen des Lockdowns, in denen man in jedem Menschen, sofern man ihm überhaupt begegnet ist, nur einen möglichen Virusüberträger sah, waren schon bedrückend. In dieser Zeit war es schwierig, irgendeine Art von Perspektive zu formulieren. Aber wir haben im Direktorium mehrere Szenarien entwickelt. Ja, es gab das Szenario einer Totalabsage. Ein anderes berücksichtigte nur den Gründungstag der Festspiele vor 100 Jahren, den 22. August, mit dem „Jedermann“. Doch es war uns auch klar, dass der Lockdown irgendwelche Konsequenzen haben musste. Zum Beispiel, dass die Fallzahlen sinken. In dieser gewissen Stabilität, die Ende Mai erreicht wurde, taten sich Möglichkeiten auf. Es war ein langsames Aufwachen aus der Agonie. Und dann musste es ganz schnell gehen. Wir waren uns ganz sicher: Wenn es nicht nur für uns, sondern für

Source:: Kurier.at – Kultur

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