Belarus: Lukaschenko kommt zu Krisengespräch mit Putin nach Moskau

Nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus im August ist das Land in Aufruhr. Nachdem Machthaber Alexander Lukaschenko sich zum Wahlsieger erklären lies, kommt es im Land zu heftigen Protesten. International wird die Wahl als gefälscht betrachtet. Oppositionelle fühlen sich im Land nicht mehr sicher, gehen ins Exil, werden festgenommen oder verschwinden, wie im Fall von Maria Kolesnkowa. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.

Freitag, 11. September: Lukaschenko kommt zu Krisengespräch mit Putin nach Moskau

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko kommt nach Angaben des Kreml an diesem Montag für ein Krisengespräch zu Russlands Staatschef Wladimir Putin nach Moskau. Der 66-Jährige verlässt damit erstmals seit der heftig kritisierten Präsidentenwahl vom 9. August das Land. Es sei nicht geplant, Dokumente zu unterzeichnen oder eine Pressekonferenz abzuhalten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Putin hatte Lukaschenko zum Wahlsieg gratuliert. Zudem stellte er dem unter Druck stehenden Präsidenten von Belarus für den Ernstfall auch Unterstützung von Truppen in Aussicht. Zugleich hatte der Kremlchef mit Blick auf die Massenproteste betont, dass die Menschen ein Recht hätten, ihre Meinung zu äußern.

Lukaschenko hatte zuletzt mehrfach Spekulationen widersprochen, er könne einen Besuch in Russland nutzen, um sich abzusetzen. Er gehe nirgendwo hin und werde seinen Verbleib an der Macht bis zum Tod verteidigen. Weil der 66-Jährige sich am Präsidentenpalast zuletzt zweimal mit schusssicherer Weste und einer Kalaschnikow in der Hand zeigte, ist auch in der russischen Politik die Nervosität groß.

Die beiden Präsidenten haben schon mehrfach telefoniert. Dem Vernehmen nach soll das persönliche Gespräch nun das weitere Vorgehen klären. In der Bevölkerung in Belarus ist die Hoffnung groß, dass Putin Lukaschenko zum Aufgeben bewegen könnte und einen anderen moskautreuen Statthalter installiert, um die Lage zu beruhigen.

Donnerstag, 10. September: Kolesnikowa zeigt Morddrohung an

Die inhaftierte belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa hat nach ihrer Entführung Strafanzeige gegen die Behörden wegen Morddrohung gestellt. Das teilte die 38-Jährige in einer am Donnerstag

Source:: MZ – Politik

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