Umsturz in Norwegen: Mehrheit für das Mitte-Links-Lager

Bei den Parlamentswahlen gehen die Sozialdemokraten als Sieger hervor. Ministerpräsidentin Erna Solberg stürzte auf 18,7 Prozent ab.

Die norwegischen Wähler haben bei der Parlamentswahl am Montag für einen Regierungswechsel gestimmt. Das von den oppositionellen Sozialdemokraten angeführte Mitte-Links-Lager dürfte klar gewonnen haben, wie eine veröffentlichte Prognose der Zeitung Verdens Gang zeigte. Die konservative Hoyre von Ministerpräsidentin Erna Solberg stürzte auf nur noch 18,7 Prozent ab. Damit dürfte Sozialdemokraten-Chef Jonas Gahr Støre neuer Regierungschef werden.

Die sozialdemokratische Arbeiterpartei erreichte der Prognose zufolge 26,5 Prozent der Stimmen. Gemeinsam mit ihren beiden Verbündeten, der Zentrumspartei und der Sozialistischen Linkspartei, kommt sie auf eine Mehrheit von 87 Sitzen im 169-köpfigen Parlament.

Dass besonders der Klima- und Umweltschutz sowie die Frage der sozialen Ungerechtigkeit größeren Raum im Wahlkampf eingenommen hatten, hatte vor allem linksgerichteten Parteien in die Karten gespielt. Hinzu kommt, dass die norwegische Bevölkerung Experten zufolge nach acht Jahren unter Solberg nach politischer Veränderung zu streben scheint – trotz der Tatsache, dass es eigentlich recht gut läuft im Land. Solberg hatte ihr Land relativ gut durch die Corona-Krise geführt, was ihr im Frühjahr 2020 auch politischen Aufwind verliehen hatte – allerdings überdauerte der nicht bis jetzt.

Støre ist seit 2014 Vorsitzender der Sozialdemokraten, die zuletzt in den Jahren 2005 bis 2013 mit Jens Stoltenberg den norwegischen Regierungschef stellten. Unter dem heutigen NATO-Generalsekretär war Støre sieben Jahre lang Außen- sowie ein weiteres Jahr Gesundheitsminister gewesen. Bei der Wahl 2017 war er schon einmal als sozialdemokratischer Spitzenkandidat gegen Solberg angetreten.

Source:: Kurier.at – Politik

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