Die Nacht der Entscheidung oder als Mücksteins E-Auto der Strom ausging

By christian.willim@kurier.at (Christian Willim)

Nach den Chaostagen fanden SPÖ, ÖVP und Grüne zu einer gemeinsamen Linie für Lockdown und Impfpflicht. Ort der Läuterung: eine Raucherlounge.

Am Freitagvormittag lichtete sich der Nebel über dem Tiroler Achensee. Aus Verhandlerkreisen sickerte durch, worüber in einem Hotel in Pertisau bei der Landeshauptleute-Konferenz gemeinsam mit Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bis spät in die Nacht verhandelt wurde:

Am Montag geht ganz Österreich wieder in einen harten Lockdown, der für Geimpfte und Genesene nach 20 Tagen enden soll. Im Februar soll eine generelle Impfpflicht eingeführt werden.

Die ÖVP rückte damit von ihrem bis zuletzt posaunten Versprechen „keine Einschränkungen für Geimpfte“ ab. „Es war die Macht des Faktischen“, erklärt einer der Verhandler mit Verweis auf die Infektionszahlen, wie es zu diesem Schwenk kam.

Die Lage war zwar äußerst ernst, aber die Nacht der Entscheidung verlief dennoch nicht frei von Komik. Der KURIER berichtet, was sich in dem Hotel am Achensee ereignete.

Die Landeshauptleute waren bereits vor Ort, nicht alle, denn Vorarlbergs Markus Wallner ist infiziert und in Quarantäne. Aus Wien reiste Kanzler Alexander Schallenberg an und traf gegen 21 Uhr beim Tagungshotel ein.

Der grüne Gesundheitsminister folgte mit einer guten Stunde Verspätung. Wolfgang Mückstein ereilte ein grünes Schicksal: Die Batterie seines E-Autos war leer geworden, er musste unterwegs anhalten und aufladen.

Inzwischen war der Kanzler längst mit den Landeshauptleuten in der Raucherlounge des Hotels verschwunden. Und dort kam es zu einer bemerkenswerten Wandlung. Schallenberg, so erzählt ein Teilnehmer, „ist mit der Haltung, er ist gegen einen Lockdown, in die Raucherlounge gegangen und mit der Haltung, er ist für einen Lockdown, herausgekommen.“

Dominoeffekt

Tatsächlich hatten die Landeshauptleute die Marschroute vorgegeben, die Bundesregierung dabei wenig Rolle gespielt. Aber auch die Beschlussfassung unter den Landeshauptleuten war keine g’mahte Wies’n. Salzburg und Oberösterreich waren angesichts der Dramatik in ihren Ländern bereits vorgeprescht.

Aus Vorarlberg gab es ebenfalls Signale, die harte Maßnahme

Source:: Kurier.at – Politik

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