Milchbuben-Soul

By Wiener Zeitung | www.wiener-zeitung.at

Eine (Presse-)Musikplattform führt dieses Album unter dem Genre „Tanzorchester“, als wäre Jesper Munk eine Art Wiedergeburt von Bert Kaempfert. So weit geht die Neuerfindung des 25-jährigen Münchners (mit dänischer Mutter) wiederum auch nicht, obwohl er auf „Favourite Stranger“ deutlich andere Töne anschlägt als auf seinen ersten beiden Platten, die im Zeichen eines eher rumpeligen Bluesrock im Stile der Black Keys oder White Stripes gestanden waren. Nunmehr nähert sich der ehemalige…

Source:: Wiener Zeitung – News Kultur

Schwimmende Städte

By Wiener Zeitung | www.wiener-zeitung.at

Fotos der „Bremen“, „Queen Elizabeth“ oder „France“ vor der Skyline Manhattans, noch ohne World Trade Center. Deborah Kerr und Cary Grant auf der „Constitution“ in „Die große Liebe meines Lebens“. „Nearer My Good To Thee“ als Violinsolo im jüngsten „Titanic“-Film. Stefan Zweig erzählt die „Schachnovelle“ auf einem Liniendampfer. Als Symbole der technischen Moderne und Prestige-Mehrer ihrer Eigner hinterließen die Transatlantik-Liner Nachbilder von Glamour und Luxus – und nur selten Gegenbilder…

Source:: Wiener Zeitung – News Kultur

Vorschau: TV-Tipps am Pfingstsonntag

20:15 Uhr, VOX, Grill den Profi, Kochshow

In dieser Folge von „Grill den Profi“, moderiert von Ruth Moschner, feiert Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht Premiere: Zum ersten Mal überhaupt nimmt sie an einer Unterhaltungsshow teil. Neben ihr wollen auch Comedian Lutz van der Horst und „Sankt Maik“-Darsteller Daniel Donskoy den Profikoch Ali Güngörmüs grillen. Koch-Coach ist Mario Kotaska. Punkte für jedes Gericht vergeben Reiner Calmund, Maria Groß und Gerhard Retter.

20:15 Uhr, Sat.1, Man lernt nie aus, Komödie

Der verwitwete Rentner Ben (Robert De Niro) langweilt sich im Ruhestand und beschließt, ein Praktikum im Online-Modeunternehmen von Jules Ostin (Anne Hathaway) zu machen. Ben fühlt sich schnell wohl in seinem neuen Job, und auch mit den jungen Kollegen kommt er gut aus. Doch Jules bleibt auf Distanz – bis Ben für ihren Chauffeur einspringt, und die beiden sich näher kennenlernen.

20:15 Uhr, 3sat, Der Medicus, Historienepos

Der Tod seiner Mutter, die von einer rätselhaften Krankheit dahingerafft wird, erschüttert den neunjährigen Rob. Fortan gilt sein ganzes Interesse der Heilkunst. Mit der Quacksalberei, die er von einem fahrenden Bader (Stellan Skarsgard) lernt, ist es für ihn nicht getan. Rob (Tom Payne) begibt sich auf eine lange und beschwerliche Reise ins ferne Persien, um bei dem berühmten Arzt und Gelehrten Ibn Sina (Ben Kingsley) die Wissenschaft der Medizin zu erlernen. Sein ungestümer Wissensdurst droht ihm dabei zum Verhängnis zu werden.

20:15 Uhr, ZDF, Rosamunde Pilcher: Nanny verzweifelt gesucht, Liebesfilm

Amy Truman (Ruby O. Fee) hat ein Problem: Gerade hat sie den zweiten Job in ihrem Probejahr als Absolventin der berühmten Nanny School in Boldham durch eine Karate-Attacke auf einen Paparazzo verpatzt. Jetzt hat sie nur noch eine Chance, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Sofern sie das Erbe ihrer Mutter nicht in den Sand setzen will, das

Source:: Stern – Kultur

Porzellan im Wiener MAK: Schön, weiß, spröde

Die Schau „300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur“ zeigt ein zentrales Kulturgut vergangener Tage, scheitert aber an dessen Vermittlung

Die „Maladie de porcelaine“, die „Porzellankrankheit“, erlebte kürzlich erst wieder einen Fieberschub: Umgerechnet 1,5 Millionen € zahlte ein Bieter am 9. Mai für ein Service aus dem Besitz des US-Milliardärs


David Rockefeller
. Ein stolzer Preis, und doch ein geringer Betrag angesichts dessen, was Superreiche des 21. Jahrhunderts für zeitgenössische Trophäen-Kunst ausgeben.

Abseits des Sammlermarkts ist die Begeisterung für das „weiße Gold“ abgekühlt. Das Verständnis dafür, was


Porzellan
einst für höfische und bürgerliche Kultur, für den Kulturaustausch zwischen Europa und Asien und – als kostbares Geschenk – für diplomatische Beziehungen bedeutete, muss erst wieder in Erinnerung gerufen werden.

Bruchstücke

Die Ausstellung „300 Jahre Wiener


Porzellanmanufaktur
“ wäre ein guter Startpunkt, um diese Wissenslücken zu kitten – allein, es gelingt nur bruckstückhaft. Denn angesichts der unglaublichen Fülle der Exponate – 1249 Objekte sind ausgestellt, was wiederum nur rund einem Drittel des musealen Depotbestandes entspricht – kommt die Vermittlung der Materie zu kurz.

Dabei gäbe es so viele Geschichten zu erzählen: Allein die Räuberpistole von der Gründung der Wiener Manufaktur, für die der „Arkanist“ Christoph Konrad Hunger 1717 nach


Wien
abgeworben wurde, ist hochspannend. Hunger behauptete, dem Meißener Alchemisten Johann Friedrich Böttger das Geheimnis zur Herstellung echten Porzellans im Suff abgeschwatzt zu haben; Böttger war wiederum vom Sachsenfürst August dem Starken gefangen gehalten und gedrängt worden, Gold herzustellen. Diese Versuche blieben erfolglos, doch Böttger kam der Fertigung des Porzellans auf die Schliche.

MAK – Österreichisches Museum f/MaK/Mika K. Wisskirchen

In der Porzellangasse

Die Wiener Manufaktur, an dessen einstigen Standort heute noch die Porzellangasse im 9. Wiener Bezirk erinnert, war zunächst

Source:: Kurier.at – Kultur

Cannes: Von den Rändern der Gesellschaft

By alexandra.seibel@kurier.at (Alexandra Seibel)

Die Goldene Palme geht nach Japan zu dem Meistererzähler Kore-eda; Spike Lee gewinnt großen Preis.

Die Goldene Palme geht nach Japan zu dem Meistererzähler Kore-eda;
Spike Lee
gewinnt großen Preis. Und wieder hat keine Frau in Cannes den Hauptpreis gewonnen.

Der diesjährige Gewinner der
Goldenen Palme
heißt Kore-eda Hirokazu und ist ein meisterlicher Erzähler aus Japan. Für sein exquisites, familiäres Drama „Shoplifters“ wurde er mit dem höchsten Preis ausgezeichnet. Der zweite Preis – der große Preis der Jury – ging an Spike Lee und seine Tragikomödie „BlacKkKlansman“; darin erzählt er von einem schwarzen Polizisten, der sich Anfang der 70er Jahre bei David Duke und dessen rassistischen Ku-Klux-Klan einschleicht. Den Preis für beste Regie gewann der polnische Stilist Pawel Pawlikowski für seine bitterschöne Liebesgeschichte in Schwarz-weiß, „Cold War“.

Und die im
Libanon
geborene Regisseurin Nadine Labaki erhielt für „Capharnaüm“, in dem sie von miserablen Lebensumständen in den Slums von Beirut aus der Perspektive eines Kindes erzählt, den Preis der Jury.

Die Palmen-Entscheidung der Jury unter der Präsidentin Cate Blanchett ist befriedigend und enttäuschend gleichermaßen. Kore-edas Siegerfilm „Shoplifters“ erzählt auf höchstem Niveau von einer Gruppe verarmter Japaner, die sich als Familie zusammengeschlossen hat und unter prekären Bedingungen am Rande der Gesellschaft lebt. Vater und Sohn gehen gemeinsam auf Beutezug durch die Supermärkte, die Pension der Großmutter garantiert die Miete der winzigen Wohnung. Tatsächlich ist niemand mit niemandem verwandt, trotzdem funktionert das Zusammenleben – bis die Polizei einschreitet. „Shoplifters“ ist ein filigranes, superb gespieltes Gesellschaftsporträt. Als einziges Haar in der Suppe wäre anzumerken, dass Kore-edas Lieblingsthemen – vor allem die Problematik familiärer Bindungen – auch

Source:: Kurier.at – Kultur

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