IHS-Chef Kocher: „Wirtschaftlich noch keine zweite Welle“

Den ganzen Tag mit der Maske kann anstrengend werden

Wirtschaftsforscher rechnet vorerst nicht mit weiterem Einbruch der Konjunktur. Arbeitsmarkt entlasten und Schulabgänger länger in Ausbildung
halten.

IHS-Chef Martin Kocher rechnet trotz steigender Infektionen vorerst nicht mit dem weiteren Einbruch der Wirtschaft wegen der Coronakrise. „Im Moment sehen wir wirtschaftlich nichts von einer zweiten Welle“, sagt Kocher im APA-Interview. Zur Entlastung des Arbeitsmarkts empfiehlt er, Schulabgänger länger in Ausbildung zu halten. Und trotz Krise sollte die Regierung den Pfad zu einer CO2-Steuer vorlegen.

Mit dem wegen der Corona-Pandemie verhängen Lockdown ist die Wirtschaft massiv eingebrochen. Von Mitte März bis Mitte April registrierte die Nationalbank einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu ein Viertel. Bis zum Sommer hat sich die Situation dann zwar wieder entspannt. Seit August deuten die Zahlen nun allerdings wieder auf eine Verlangsamung der Erholung hin.

APA – Austria Presse Agentur

Symbolbild

Den in den Zahlen der Nationalbank seit August zu beobachtenden Knick würde Kocher allerdings nicht überbewerten. Entscheidend wird aus Sicht des Wirtschaftsforschers sein, ob die wieder steigenden Infektionszahlen für negative Stimmung sorgen. Auch Einschränkungen bei Gastronomie, Hotellerie oder Schulschließungen wären ein gewisser wirtschaftlicher Rückschlag, meint Kocher: „Man kann nicht gleichzeitig arbeiten und die Kinder beaufsichtigen.“

Für das kommende Budget empfiehlt Kocher, der neben seiner Funktion im Institut für Höhere Studien (IHS) auch Chef des Fiskalrates ist, einen Schwerpunkt auf aktive Arbeitsmarktpolitik. Als Beispiel nennt er etwa ein Nachfolgeprojekt für die unter Türkis-Blau gestoppte „Aktion 20.000“ – allerdings „mit etwas anderen Vorgaben und effizienter als die Aktion 20.000“.

Maßnahmen hält der Wirtschaftsforscher auch im Bereich Lehrlingsausbildung und Qualifikation für nötig. Außerdem sollte die Politik versuchen, die „Abschlusskohorte“ – also die aktuellen Schulabgänger – im Bildungsbereich zu halten. „Man müsste versuchen, den Andrang am Arbeitsmarkt etwas zu entzerren.“ Beispielsweise könnten Pflichtschulabsolventen für ein Jahr an berufsbildende Schulen wie HTL, HBLA und HAK wechseln: „Im Idealfall bleiben die Leute sogar länger in der Ausbildung.“ Maturanten könnten

Source:: Kurier.at – Politik

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