„Tagebuch“: Österreichs größter Fußballerfolg

1954: In jenem Jahr, in dem der Neue KURIER erstmals erschien, feierte Österreich den größten Fußballerfolg.

Österreichs bis heute größter Fußball-Erfolg gelang im Gründungsjahr des neuen KURIER. Bei der WM 1954 in der Schweiz. Auf dem Weg dorthin hatte Ernst Happel in Innsbruck dermaßen Mitleid mit dem letzten Testspielgegner, dass er der Tiroler Auswahl mit einem Eigen- zum Ehrentor verhalf. 1:11. Tormann Walter Zeman fluchte, Happel grinste. Vier Wochen später flüchteten die beiden Rapidler beim Empfang in Wien durch ein Hintertürl aus dem Westbahnhof. Weil sie fürchteten, von der wartenden Menge beschimpft zu werden.

Schon damals dominierte im Fußball die Schwarz-Weiß-Malerei, der sich sogar der berühmte Literat Friedrich Torberg bediente. So ließ er die KURIER-Leser in seinem Gastkommentar nach Österreichs WM-Start wissen:

„Schüsse gingen daneben wie schlecht gebrachte Pointen. Keine noch so primitives Zusammenspiel gedieh, kein noch so oft geprobter Stellungswechsel wollte klappen. Wenn es auf einer Bühne ähnlich drunter und drüber geht, fällt der Vorhang. Auf dem Fußballplatz fällt dann gewöhnlich ein Tor. Es fiel auch diesmal. Nur fiel es zum Glück gegen die Schotten statt für sie. In einem Augenblick, in dem man es am wenigsten erwartet hatte.“

Kurier

Beim zweiten Spiel, beim 5:0 gegen die Tschechoslowakei, waren Nationalelf und danach Torbergs Meinung nicht wiederzuerkennen.

„Jede Pointe saß. Die Österreicher spielten leicht und witzig und einfallsreich. Sie produzierten eine Mischung aus edelstem Burgtheaterpathos und elegantester Josefstädter Kammerkomödie. Es war jener unnachahmliche Stil, der weithin als Wiener Schule bekannt ist.“

Kritiker im Gastgeberland sahen es trotz des 5:0 anders. „Österreich hatte früher ein Wunderteam. Heute ist es ein Wunder, wenn Österreich gewinnt“, hieß es in einer Schweizer Zeitung zweckoptimistisch vor dem Viertelfinale gegen … Österreich.

Die elf nominierten ÖFB-Teamspieler stiegen in Lausanne mit Trainer Hans Pesser in einem schönen Hotel in Stadionnähe ab. Die restlichen elf Kaderspieler mussten in einer abgewohnten Bleibe nächtigen. Zumal lang

Source:: Kurier.at – Sport

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