Fleischwerke Marcher: „Rekordpreise sind ein globales Phänomen“

By simone.hoepke@kurier.at (Simone Hoepke)

Warum Tiere und ihr Fleisch rund um den Globus geschickt werden und China seine Einfuhren von deutschem Schweinefleisch gestoppt hat

Norbert Marcher zählt zu den größten Lebensmittellieferanten des Landes. Der Lockdown in Österreich trifft ihn nicht so hart wie Branchenkollegen, die sich auf die Belieferung der Gastronomie spezialisiert haben. Ein Gespräch über teures Rind, zu viel Schwein am europäischen Markt und Wurst, die gar keine Wurst ist.

KURIER: Sie sind der größte Fleischverarbeiter in Österreich, haben vier Schlachthöfe und mehrere Verarbeitungsbetriebe in Österreich. Ausgerechnet Sie bauen jetzt auch eine vegane Linie aus. Ist Wurst ohne Wurst gut fürs Image oder fürs Geschäft?

Norbert Marcher: Es ist ein Geschäft in einer kleinen Nische, das aber zweistellige Wachstumsraten aufweist. Deswegen bauen wir die Fertigprodukte-Linie von Landhof aus. Die meisten Käufer sind übrigens nicht strikte Veganer, sondern Flexitarier.

Warum kommen Fleischalternativen eigentlich immer in der Optik von echtem Fleisch daher?

Ernährungswissenschaftler sagen, dass uns am besten schmeckt, was wir kennen. Das betrifft auch die Optik und die Textur, die der von Fleisch bei vielen Veggie-Produkten schon sehr nahe kommt. Auf diesem Feld hat sich zuletzt viel getan.Viele essen trotzdem lieber ein echtes Steak oder Schnitzel. Und das vornehmlich im Gasthaus. Jetzt schreien Großhändler auf, weil Rindfleisch knapp und teuer wird. Wie ist das passiert?

 

Diese Rekordpreise sind ein internationales Phänomen. Nach dem Ende der letzten Lockdowns in Europa hat der Konsum offenbar schneller angezogen als die Produktion hochgefahren werden konnte. Das liegt in der Natur der Sache. Ein Hendl lebt 30 Tage, ein Rind deutlich länger.

 

Wie lange eigentlich?

Kommt drauf an. Wenn Sie in Österreich ein Steak kaufen, kommt es in der Regel vom Jungstier. Das liegt daran, dass die Österreicher zartes Rindfleisch ohne intensiven Eigengeschmack bevorzugen. So ein Jungstier wird meist mit 18 Monaten geschlachtet. Franzosen, Spanier oder teilweise Italiener bevorzugen einen intensiveren Geschmack und das Fleisch kann ruhig

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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