Österreichs Jungunternehmen haben eine neue Vorsitzende

„Junge Wirtschaft“: Bettina Pauschenwein will sich verstärkt der Lehre widmen. Stimmung unter Jungunternehmen vorsichtig optimistisch.

Österreichs Jungunternehmen – das sind Betriebe, die von unter 40-Jährigen geführt werden – blicken vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2023. Laut einer vom Market-Institut durchgeführten Umfrage rechnen 59 Prozent der rund 1.800 Jungunternehmen mit einer gleichbleibenden oder steigenden Konjunktur. 57 Prozent wollen gleich viel investieren wie 2022 oder die Investitionen sogar steigern.

42 Prozent wollen 2023 zusätzliches Personal einstellen, bei Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten sind es sogar rund 80 Prozent. Hauptproblem bleiben für die große Mehrheit die Energiekosten – dementsprechende Forderungen gehen daher von der Erschließung neuer Energiequellen (46 Prozent), der Entkopplung von Strom- und Gaspreis auf EU-Ebene (44 Prozent) bis hin zur raschen und unbürokratischen Umsetzung des Energiekostenzuschusses II.

„Optimismus kehrt zurück“

„Es kehrt sehr langsam aber doch der Optimismus zurück“, fasst Market-Studienleiter David Pfarrhofer die Umfrage zusammen. „Das Glas ist zu zwei Drittel voll“, kommentierte WKO-Präsident Harald Mahrer die Umfrage und sprach von einem „Aufwärtsmotivator“. So sei das vierte Quartal für die meisten Unternehmen besser verlaufen als erwartet. Er schränkte aber zugleich ein, dass es auch „eine kritische Gruppe“ unter den Jungunternehmen gebe, für die die Lage nicht so rosig sei. 

Neue Vorsitzende

Optimismus will auch die neue Vorsitzende der Jungen Wirtschaft, die Burgenländerin Bettina Pauschenwein, verbreiten. Die 30-jährige Tischlermeisterin aus Wiesen mit 20 Mitarbeitern will sich im Kampf gegen den Fachkräftemangel vor allem der Lehrlingsausbildung annehmen, sagte sie bei ihrer Antritts-Pressekonferenz am Dienstag. In ihrem Betrieb würden regelmäßig drei bis vier Lehrlinge ausgebildet. Ihre politischen Forderungen entsprechen jener der Wirtschaftskammer, etwa nach einer  einer Steuerbefreiung von Überstunden, einer Verbesserung der Kinderbetreuung sowie mehr Beschäftigungsanreize für Arbeitslose.

Wachstumsbremse Arbeitskräftemangel

Der Arbeitskräftemangel wird auch von den Jungunternehmen als  klare Wachstumshürde eingeschätzt: 28 Prozent der Betriebe mit mehr als zwei Mitarbeitern leiden darunter, bei den Unternehmen mit mehr als 51 Beschäftigen sogar 74 Prozent. Allerdings geben 54 Prozent der Befragten auch an, gar kein Personal einstellen zu wollen.

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