1. Angst Ein Klassiker unter den englischen »Germanisms“. Tiefer und stärker als „fear“, „anxiety“ oder „fright“. Eine Art Existenzangst. Oder auch übertrieben trivial: „My hair causes me angst.“
2. Das Auto Sie glauben, das sei Deutsch! »Das“ ist deutsch; »Auto“ ist lateinisch. Ähnlich Fall, ähnlich beliebt: „Autobahn“.
3. Bratwurst Das „Oxford English Dictionary“ vermerkt: „A type of fine German pork sausage that is typically fried or grilled.“ Auf dem Weihnachtsmarkt „Winterwonderland“ in London gab es sogar den Stand „Mr. Bratwurst“.
4. Braumeister Ein Ehrentitel, jedenfalls unter Braumeistern in den USA! Auch in Restaurants macht sich unser Meister breit: In New York habe ich in der Fast Food Kette „Shake Shack“ den „ShackMeister“ entdeckt: das Hausbier.
5. Diktat Nicht unbedingt das, was wir aus der Schule kennen. (Das nennt man „dictation“.) Sondern ein Befehl, ein Dekret, ein Zwang. Von oben. Oft der Anfang von „verboten“ (siehen unten).
6. Ersatz Von „ersatz coffee“ bis „ersatz emotion“: Das Falsche hat im Englischen einen deutschen Namen.
7. Essen Kinder, Essen! Auf der Madison Avenue in Manhattan gibt es seit 2012 drei so genannte „Fast Slow Food“-Läden, die sich „‚Essen“ nennen. Dem Wort fehlt vorne „Delicat“ – schließlich gibt es in New York schon zuhauf „Delis“ und „Delicatessen“.
8. Fahrvergnügen Mit diesem Wort warb Volkswagen Anfang der Neunzigerjahre in den USA. Obwohl (oder weil) es kaum jemand aussprechen konnte, wurde „Fahrvergnügen“ zum geheimnisvollen Inbegriff für … dieses komplizierte Deutsch!
9. Fernweh Von wegen Auto, Bratwurst und Diktat: Wir sind auch die Experten für die sentimentalen Lebenslagen …
10. fleis(h)ig Einer der neueren Einträge im amerikanischen Wörterbuch „Merriam Webster“. So wie auch „milchig“. Beide stammen unmittelbar aus dem Jiddischen: „fleyshik“ und „milkhik“.
11. gemütlich Probier’s mal mit Gemütlichkeit! Das berühmte Lied aus dem Dschungelbuch heißt in der englischen Originalversion „Look for the bare necessities“ – und wir haben die Gemütlichkeit zur absoluten Notwendigkeit erklärt. Übrigens gibt es entgegen der allgemeinen Auffassung auch einen englischen Ausdruck für „gemütlich“: Man sagt „It’s snug.“
12. Gesundheit Edgar Hoover, der erste Boss des FBI, wünschte es Mitte der Dreißigerjahre seinen Mitarbeitern, wenn sie niesten: „gesundheit!“ Das habe ich jedenfalls so in die Serie „Boardwalk Empire“ gesehen.
13. Hans Jurgen Wie bitte – eine Dillgurke? Und was für eine! Der Rolls-Royce unter den Dillgurken in Nordamerika. Eingelegt wird „Hans Jurgen“ vom Wursthersteller „Boar’s Head“. Schmeckt wirklich!
14. Hausfrau Eine besonders gründliche „housewife“ wird „hausfrau“ genannt. Ist ja wieder typisch!
15. Kaffeeklatsch Eine beliebte Beschäftigung alter wie junger Leute. Auch arbeitsloser Drehbuchautoren. Um das zu verstehen, schauen Sie noch einmal Billy Wilders „Sunset Boulevard“ in der englischen Originalfassung. Und sollten Sie in den Wintermonaten in New York sein, gehen Sie zum „Standard Hotel“: Dort gibt es „kaffeeklatsch at the ice rink“.
16. kaput | kaputt Ein weiterer Klassiker unter den „Germanisms“. Wenn etwas endgültig kaputt ist. Unwiederbringlich am Arsch.
17. Kindergarten Das Ausbildungsjahr der Kleinsten vor der ersten Klasse wird in den USA „kindergarten“ oder auch „grade k“ genannt. Wir würden dazu „Vorschule“ sagen. „Preschool“ ist hingegen die Institution vor dem Kindergarten …
18. Kitsch Kann ein ganzes Objekt sein oder eine Beschreibung sein: „Her place was full of kitsch.“ Oder „The kitsch place.“ Auch „kitschy“ ist geläufig.
19. Katzenjammer Wenn Sie mal wieder sturzbetrunken sind, sagen Sie einfach: „I’ve got a katzenjammer.“ Kann sogar einen Zustand noch größerer Verwirrung und Aufregung bezeichnen.
20. Kummerspeck Wenn er ohne Kummer kommt, dann gibt es dafür auch grandiose englische Begriffe: „muffin top“. Oder die berühmten „love handles“. Dafür haben wir auch noch einen im Angebot: „Hüftgold“.
21. Lied Nicht jedes Lied wird im Englischen „lied“ genannt. Aber jedes romantische.
22. Mensch Nicht irgendeiner, sondern eine herausragende Ausgabe unserer Spezies. Ein vorbildlicher und freundlicher Mensch. Man sagt: „He’s a real mensch!“ Stammt eher aus dem Jiddischen als dem Standarddeutschen.
23. Schadenfreude Haben Sie das Musical „Avenue Q“ gesehen? Dort gibt es ein ganzes Lied über „Schadenfreude“. Wobei mir die direkte Übersetzung im Lexikon auch gut gefällt: „harmjoy“!

24. Naturbursche Wer so sympathisch und glaubwürdig rüberkommt wie Thomas Müller, der ist „a naturbursche“. Und wer so Fußball spielt wie er, der „mullert“!
25. Pumpernickel … hat nichts mit Thomas Müller zu tun. Mein Favorit sind Pumpernickel Bagels. Müssen Sie probieren!
26. Rucksack Wenn er etwas größer ist als ein gewöhnlicher Rucksack, den man „backpack“ nennt, zum Beispiel für längere Touren oder beim Militär, dann spricht man vom „rucksack“.
27. to schlep(p) Ich trage gewöhnlich keine Jute-Taschen – bis auf die eine, die ich in London geschenkt bekam. D’rauf steht: „Schlep“ und dazu eine Erklärung auf Englisch und Jiddisch. Ich trage also auch ein paar Statements durch die Welt: 1. Unsere drei Sprachen sind eng verwandt. 2. Viele Wörter stammen aus dem Jiddischen. 3. Wenn ich endlich Englisch kann, lern ich Jiddisch!
28. Schnapps Bekommen Sie überall!
29. Schnitzel Die Frage ist ja längst nicht mehr, was das ist, sondern wo man das beste bekommt. Zum Beispiel im „Black Forest Brooklyn“.
30. Schwenkgrill Dreht sich oft auch als „German schwenkgrill“ oder „braten grill“. Zu finden auf den Marktplätzen vieler kleiner britischer Städte, so genannter „market towns“.
31. S(ch)windler Dieser Geselle ist zusammen mit dem „swindle“ schon vor langer Zeit im Englischen angekommen.
32. Schuss „Skifahren ist am leiwandsten“, wie die Österreicher immer singen. Und Schuss fahren ganz besonders!
33. Schwitz | Schvitz | Shvitz Drei Schreibweisen für drei Bedeutungen: 1. die Sauna, 2. ein Dampfbad in jüdischer Tradition, 3. schwitzen. Und dann kann es auch bedeuten, extrem nervös und ängstlich über etwas zu werden.
34. Seltzer Getränke mit Kohlensäure, vor allem in den USA und meistens Wasser. Stammt von „Selters“ Wasser.
35. Sitzbad Ich glaube, ich habe das Wort als aktiv badender und Deutsch sprechender Mensch noch nie benutzt – doch das ist selbstverständlich kein Maßstab. Vielleicht erreiche ich ja noch das erforderliche Alter …
36. Sitzfleisch —
Source:: The Huffington Post – Germany




