Datenklau-Affäre: Was sie für Politik und Medien bedeutet

By florian.christof@futurezone.at (Florian Christof)

Die Folgen des Datenklaus sind für die ÖVP nicht abzusehen, defacto alle ihre Interna sind in fremden Händen.

In der ÖVP ist das Entsetzen groß. Der Partei dürfte praktisch alles geklaut worden sein, was im Datenraum vorhanden war: gespeicherte eMails. Schriftverkehr. Bankverbindungen. Spenderlisten. Leute, die auf der VP-Payroll stehen. Personaldaten. Und das alles über Jahre zurück. Niemand weiß, was noch auftauchen wird.

Klar ist, es gibt eine Person, die praktisch alle Informationen über die ÖVP besitzt. Diese Person gibt das Material schubweise weiter.

Es geht um Daten im Umfang von 1.300 Gigabyte, wie Avi Kravitz, Spezialist für Cyberkriminalität, sagt. Er ermittelt gemeinsam mit der Polizei in der ÖVP-Zentrale.

Zum Vergleich: Eine DIN-A4-Seite hat ca 10 Kilobytes. Umgerechnet auf DIN-A4-Seiten ergäbe sich ein Papierstapel in der Höhe von 13,6 Kilometern, würde man die gestohlenen Daten ausdrucken.

Spuren gefunden

APA/JOHANNES BRUCKENBERGER

Sebastian Kurz, Avi Kravitz

Um diese Menge herunterzuladen, braucht es ein bis fünf Tage, je nach Geschwindigkeit. Laut Kravitz haben sich die Diebe zwischen 11. und 27. August ungehindert im ÖVP-Datenraum bewegt. Der Hacker muss die Infos in Tranchen runtergeladen haben, sonst wäre er aufgefallen. Beim Verlassen des Datenraums hinterließ er jedoch so viele Spuren, dass Kravitz glaubt, ihn zu finden.

Am 3. September hat Kravitz bei der ÖVP den Stecker gezogen, sie ging offline. Derzeit wird das System wieder hochgefahren, alle mit der eMail-Adresse @oevp.at bekamen die Aufforderung, ihre Passwörter zu ändern.

Datendiebstahl ist strafbar

Datenklau ist strafbar. Am Ende geht es um einen Einbruch – auch wenn es sich „nur“ um einen in eine Datenbank handelt: Wer Computersysteme „hackt“, dem drohen empfindliche Strafen. Der „widerrechtliche Zugriff auf ein Computersystem“ wird in Österreich mit bis zu sechs Monaten Gefängnis geahndet; handelt es sich um

Source:: Kurier.at – Politik

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