„Corsage“-Regisseurin: „Ich kann nicht in Festplatten hineinschauen“

Regisseurin Marie Kreutzer stellte sich am Sonntagabend einer Fernsehdiskussion. „Corsage“ sei auch nach dem Fall Teichtmeister der gleiche Film, aber „beschädigt“.

Am Sonntagabend nahm „Corsage“-Regisseurin Marie Kreutzer erstmals im österreichischen Fernsehen zum Fall Teichtmeister Stellung. Florian Teichtmeister, der sich wegen des Besitzes von Dateien, die sexualisierte Gewalt an Minderjährigen zeigen, vor Gericht verantworten muss, spielt in dem viel beachteten Sisi-Film Kreutzers den Kaiser Franz Joseph.

Sie könne „absolut nachvollziehen“, dass man ein ungutes Gefühl dabei habe, dass der Film nun möglicherweise vor einer Oscar-Nominierung stehe, meinte Kreutzer in einer Live-Diskussion auf ORFIII. „Wir müssen natürlich zu Kenntnis nehmen und respektieren, wenn sich Leute dadurch angegriffen fühlen.“

„Leben auf den Kopf gestellt“

„Mir fehlen ein bisschen die Worte“, sagte Kreutzer und berichtete, was in den letzten Tagen über sie hereingebrochen ist. Sie sei gerade auf dem Rückweg von einer Pressetour in Los Angeles gewesen, als sie von den Vorwürfen und dem gerichtlichen Vorgehen erfahren hatte. „Ich bin seit einer Woche damit beschäftigt und das hat mein Leben und auch dieses Projekt zur Gänze auf den Kopf gestellt.“

Sie verwies darauf, dass mehrere hundert Menschen an der Arbeit an dem Film beteiligt gewesen seien. „Es käme mir nicht richtig vor, den Film zurückzuziehen.“ Dadurch, dass „Corsage“ eine große internationale Koproduktion sei mit vielen Vertragspartnern, könne man das auch nicht alleine entscheiden.

„Der gleiche Film, der er vorher war“, aber „beschädigt“

„Es ist für mich der gleiche Film, der er vorher war. Aber natürlich liegt jetzt ein Schatten über dem Film, ist der Film beschädigt“, sagte Kreutzer. Dennoch solle man sich „nicht ausschließlich damit beschäftigen, was die Kulturnation dazu sagt.“ Die Branche aber auch die Gesellschaft sei nun gefragt, “wie wir damit umgehen“. Es gehe um Darstellung von Kindesmissbrauch und Gewalt an Kindern, die Energie gehe in der Diskussion ihrer Ansicht nach derzeit nicht immer in die richtige Richtung.

Moderatorin Ani

Source:: Kurier.at – Kultur

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