Luxusgüter-Hersteller setzen wieder auf China

Luxusmarken profitieren in China vom Ende der Corona-Beschränkungen.

Die Luxusindustrie lenkt ihren Blick angesichts der Feiern zum chinesischen Neujahrsfest und gelockerter Coronabeschränkungen wieder zurück auf das Reich der Mitte. „Wir glauben, dass sich die chinesischen Verbraucher wieder verstärkt dem Luxussektor zuwenden werden, um das nachzuholen, was sie 2022 nicht tun konnten“, sagt Caroline Reyl, Leiterin des Bereichs Premium Brands bei Pictet Asset Management. China werde bis 2025 der größte Markt für die Luxusindustrie sein.

Die Aktienkurse von global tätigen Luxusgüterunternehmen wie LVMH, Richemont, Hermes oder Prada stiegen in den vergangenen Wochen sprunghaft an und erreichten teilweise neue Höchststände, nachdem Peking die Lockerung der Reisebeschränkungen angekündigt hatte.

Wachstumsprognose

Dämpfend könnte sich Experten zufolge jedoch auswirken, dass in den USA und in Europa der Nach-Corona-Boom ausgelaufen ist. Schätzungen der UBS zufolge wird etwa das Umsatzwachstum von LVMH im vierten Quartal 7 Prozent betragen, während für Kering ein Umsatzrückgang von 2 Prozent prognostiziert wird. Für Hermes rechnen die Analysten mit einem Umsatzplus von 17 Prozent – rund ein Viertel weniger als im Quartal zuvor.

Der britische Luxus-Modekonzern Burberry und der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hatten die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie zu spüren bekommen: Kunden blieben aus, Personal war nicht verfügbar, Geschäfte hatten weniger lang offen oder wurden vorübergehend geschlossen.

Nun jedoch zeigt sich Burberry optimistisch, dass die Verbraucher in China wieder mehr Geld ausgeben würden. Auch Richemont rechnete vor den Feiertagen mit einem Aufschwung in China, was die Erwartungen für die kommenden Monate weiter beflügelte.

Den Schweizer Uhrenriesen Swatch bestärken solide Jänner-Absatzzahlen auf dem chinesischen Festland in der Erwartung, dass 2023 zu einem Rekordjahr werden könnte. Der Konsum habe sich nicht nur in China, sondern auch in umliegenden Märkten wie Hongkong und Macau schnell von den Coronasperren erholt. Zusätzlich dürfte die Aufhebung der Reisebeschränkungen in China die Verkäufe in den Tourismusdestinationen beleben. Expertin Reyl von Pictet Asset Management rechnet damit, dass Ende des zweiten Quartals oder in der zweiten Jahreshälfte auch chinesische Kunden in nennenswertem Umfang nach Europa zurückkehren könnten.

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