G20-Protest: Hamburg brennt an allen Ecken und Kanten
By Niels Kruse
Dass die Hölle nicht da ankommen würde, wo sie hinwollte – direkt in unmittelbare Nähe der Mächtigen – war vielen von Anfang an klar. Sie kam dann auch nicht da an. Jedenfalls nicht, wie geplant. „Die Abschlusskundgebung wurde so nonchalant und ohne Auflagen genehmigt, da war doch klar, dass die Polizei mit einer vorzeitigen Auflösung rechnet“, sagt eine Anwältin in einer lilafarbenen Warnweste. So kam es dann auch. „Welcome to Hell“, die seit langem gefürchtete Großdemo mit Tausenden gewaltbereiter Teilnehmer, war zu Ende, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Wobei: Auch das nur die halbe Wahrheit ist. Denn die Polizei hat das erwartete Fegefeuer nicht gelöscht, sondern die Flammen über die ganze Stadt verteilt.
Dass es später an allen Ecken brennen würde, damit hatte die Juristin in lila, die ihren Namen an dieser Stelle nicht lesen möchte, schon am Nachmittag gerechnet. Zusammen mit einigen ihrer Kolleginnen von ehrenamtlichen Demo-Anwälten, steht sie auf einer Treppe am Rande des Hamburger Fischmarkts. Es ist ein schöner Tag. Ein paar Meter weiter schicken die Hamburger Hip-Hopper von Neonschwarz ihre Bässe in die warme Nachmittagsluft. Das Wetter, die Musik, die Stimmung – es könnte ein Festival sein. „Aber so war die Stimmung auch am Dienstag – und dann hat die Polizei plötzlich Wasserwerfer aufgefahren.“
<a target="_blank" rel="nofollow" title="G20-Gipfel: Wasserwerfer, Barrikaden, brennende Autos – die Ereignisse des Abends zum Nachlesen" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/g20-gipfel-in-hamburg—die-ereignisse-des-tages-im-liveblog-7525874.html?utm_campaign=politik&utm_medium=rssfeed&utm_source=standard“>G20 Liveblog Donnerstag 0904
G20-Einsatzleiter: Kein Pardon für niemanden
Zwei Tage vorher hatten G20-Gegner zum „Massencornern“ aufgerufen; zum Auf-der-Straße-herumstehen und Bier trinken am Kiosk. Weil das in Stadtteilen wie St. Pauli oder dem Schanzenviertel ohnehin üblich ist, dauerte es nicht lange, bis die einschlägigen Ausgeh-Ecken voll waren mit Leuten, die herumstanden und Kiosk-Bier tranken. Irgendwann landeten einige von ihnen auf einer Zufahrtsstraße. Die Polizei ließ sich nicht lange bitten und entfernte die „Störer“ —
Source:: Stern – Politik