Ehemaliger Tschernobyl-Direktor erklärt, warum die Serie „Chernobyl“ den richtigen Bösewicht, aber den falschen Helden hat

By Aria Bendix

Chernobyl

Die Sky-Miniserie „Chernobyl“ hat sich bei der Darstellung des Atomunfalls von Tschernobyl von 1986 einige künstlerische Freiheiten genommen. Die Macher erfanden eine Hauptfigur, übertrieben bestimmte Reaktionen auf die Krise und passten die Chronologie eines tödlichen Hubschrauberabsturzes an.

Aber für diejenigen, die die Katastrophe miterlebten — darunter der ehemalige stellvertretende Direktor des Kernkraftwerks Tschernobyl, Alexander Kovalenko — spiegeln viele Szenen die Realität wider.

Mit 33 Jahren kam Kovalenko im Juli 1986 in Tschernobyl an, drei Monate nachdem der Kern des Reaktors sich geöffnet und radioaktives Material in die Atmosphäre abgegeben hatte. Seine Aufgabe war es, das Kontaminationsrisiko zu minimieren und dabei eng mit vielen der in der Serie dargestellten realen Figuren zusammenzuarbeiten.

Später äußerte er sich kritisch über den Umgang der russischen Regierung mit Tschernobyl-Überlebenden. Er sagte, dass seine Familie von Polizei- und Steuerbehörden verfolgt wurde, was ihn zwang, Russland 2007 zu verlassen.

Während Kovalenko die Schuld eindeutig bei dem Bösewicht der Serie, dem stellvertretenden Chefingenieur Anatoli Djatlow, sieht, sagt er, der wahre Held sei nie in der Serie erschienen.

Legassow „hatte nur zufällig mit Tschernobyl zu tun“

Chernobyl 3

In der Miniserie gibt der Chefermittler Waleri Legassow wissenschaftliche Ratschläge und informiert sowjetische Beamte über die Schwere der Krise. Aber im wirklichen Leben, sagt Kovalenko, habe Legassow keine entscheidende Rolle bei den Aufräumarbeiten gespielt.

„Er hatte zufällig mit Tschernobyl zu tun“, sagt Kovalenko im Gespräch mit Business Insider. „Er war der einzige [aus der Leitung] des Kurtschatow-Instituts [für Atomenergie], der zum Zeitpunkt der Katastrophe in Moskau war.“

Kovalenko, dessen Offenheit ihm den Spitznamen „Herr Wahrheit“ eingebracht hat, sagt auch, dass Legassow nicht so viele Informationen beigetragen habe, wie es in der Serie dargestellt wird.

„Er war kein Atomwissenschaftler. Er war Chemiker“, sagt Kovalenko. „Im wirklichen Leben konnte und wollte der Chemiker die Konstruktion des Kernreaktors nicht kritisieren.“

Während seiner zahlreichen Gespräche

Source:: Business Insider.de

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