Heckler & Koch unter Druck: Mitarbeiter machen sogar unbezahlte Überstunden, um Unternehmen zu retten

By Wolf von Dewitz, dpa

Heckler Koch Waffe

Es sind stürmische Zeiten für Heckler & Koch. Der Schuldenberg des schwäbischen Waffenherstellers ist gewachsen, die Produktionsabläufe sind verbesserungsbedürftig und die Geschäfte verlustreich — so ist es im Konzernabschluss zu lesen, dessen Inhalt bei der Hauptversammlung der Firma am Freitag in Rottweil thematisiert werden wird.

In dem Papier ist unter bestimmten Umständen sogar von einer „Bestandsgefährdung“ die Rede. Zugleich geben sich die Firmenchefs aber optimistisch: Die Lage werde sich verbessern. „Der H&K AG Konzern ist mit einem hochinnovativen Produktportfolio bestens für die Zukunft aufgestellt“, schreiben sie.

Die Hauptversammlung des Traditionsunternehmens ist eine skurrile Angelegenheit. Vor einigen Jahren strebte die Firma an die Börse. Man erfüllte eine Mindestanforderung des Pariser Handelsplatzes und gab 2015 einen winzigen Anteil von 0,03 Prozent der Stimmrechte aus. Dabei blieb es, weil das Vorhaben eines großen Börsengangs abgebrochen wurde.

Wenige Tausend Aktien waren aber schon verkauft — die konnte man nicht zurückholen. Zugegriffen hatten auch einige Friedensaktivisten — als Kleinaktionäre wollten sie dem Firmenvorstand einmal im Jahr auf der Hauptversammlung die Leviten lesen. Und das tun sie seither.

Heckler & Koch steht unter strenger Beobachtung

Unter den Firmenkritikern ist Jürgen Grässlin, der Pazifist schrieb Bücher wie „Netzwerk des Todes: Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden“. Der heute 61-Jährige brachte mit einer Strafanzeige gegen Heckler & Koch ein Verfahren mit ins Rollen, das in diesem Februar seinen Abschluss fand.

Es ging um Exporte von Sturmgewehren nach Mexiko, wo sie in Unruheprovinzen landeten — das hätte nicht geschehen dürfen. Zwei Ex-Mitarbeiter wurden deswegen vom Stuttgarter Landgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt wegen bandenmäßiger Ausfuhr von Waffen beziehungsweise wegen Beihilfe dazu.

Die Firma selbst, die als sogenannte Nebenbeteiligte herangezogen worden war, wurde zur Zahlung von 3,7 Millionen Euro verurteilt. Ein letztes Wort hat hierbei der Bundesgerichtshof: Die Firma, die Verurteilten und sogar die Staatsanwaltschaft legten Revision ein.

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Source:: Business Insider.de

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