Vom Zinshaus bis zur Spedition: Die Baustellen der ÖBB

By andrea.hodoschek@kurier.at (Andrea Hodoschek)

Die Bahn will ein Drittel ihrer Immobilien sowie ihre Speditionstochter verkaufen.

Das muss man einmal schaffen. Während in ganz Österreich Wohnungen knapp sind, sitzen die ÖBB auf 2.000 Wohnungen, die leer stehen. Die Staatsbahn ist einer der größten Wohnungseigentümer des Landes, ihr gehören 540 Mehrfamilien- und Zinshäuser mit 6.000 Wohnungen. Vermietet an Eisenbahner, aber auch an Dritte. Doch seit etlichen Jahren liegt die Leerstandsquote bei einem Drittel. Bei einem privaten Immobilienunternehmen käme das einer managementmäßigen Bankrotterklärung gleich.

So gut wie nie investiert

Aber wir sind hier bei einem Staatsunternehmen, zu dessen Kerngeschäft Immobilienbewirtschaftung nicht gehört. Investiert wurde so gut wie nie, dementsprechend ist der Zustand vieler Wohnungen. Die Immobilien liegen teils in unattraktiven Randlagen, teils in guten Wohnbezirken – dort logieren auch Ex-Vorstände der Bahn. Die Mieteinnahmen wurden nie in die Sanierung des Immobilienbestandes investiert, sondern flossen ins Bahnbudget.

Langer Streit

Dazu kommt, dass der Betriebsrat ein Einweisungsrecht hat und dementsprechend mitredet. Dass es mit dem Immobilienbestand, der in der Infrastruktur-Gesellschaft der Bahn geparkt ist, so nicht weitergehen kann, dämmerte schön langsam allen Beteiligten. Lange und heftig wurde in den vergangenen Jahren über eine Stiftungslösung gestritten, diese dann aber wieder verworfen.

Jetzt haben sich der Vorstand, der das Problem von den Vorgängern geerbt hat, und der Betriebsrat geeinigt. Ein Teil der Wohnungen wird verkauft, vor allem dort, wo die Bahn keinen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern hat. Zahlen werden nicht genannt, doch die Rede ist von bis zu einem Drittel. Mit den Erlösen wird der Bestand saniert und auf qualitativ hochwertigen Standard gehoben.

Mitarbeiter-Bindung

„Unsere Wohnungen sind für uns ein Instrument der Mitarbeiter-Bindung. Da es keine Definitiv-Stellung mehr gibt und wir aber trotzdem wollen, dass die Menschen ihr ganzes Leben in den ÖBB verbringen“, sagt dazu Arnold

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

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