In Spanien zeigt sich am Sonntag, was nach Merkels Ende auch Deutschland droht

By Andreas Baumer

Spanien wählt am Sonntag ein neues Parlament. Zum vierten Mal in vier Jahren.

Wer in diesen Tagen frustriert nach Berlin blickt, der sollte lieber nicht nach Madrid schauen. In Berlin schleppt sich die Große Koalition mehr schlecht als recht voran. (Lest hier mehr.) In Madrid gibt erst gar keine handlungsfähige Regierung mehr. Deshalb wählen sie in Spanien am Sonntag auch wieder. Zum vierten Mal in vier Jahren.

Deutschland und Spanien durften sich einmal brüsten, zu den stabileren Demokratien in Europa zu gehören. In beiden Ländern dominierten die Konservativen und Sozialdemokraten die Politiklandschaft. Mal regierten die einen, mal die anderen. Zusammen vereinten sie mindestens drei Viertel der Stimmen hinter sich. Zusammen garantierten sie ihren Ländern ideologisch kohärente, recht langlebige und vor allem handlungsfähige Regierungen.

Spanien droht wieder zersplittertes Parlament

Noch Anfang der 2010er-Jahre schien für die traditionellen Großparteien alles gut. Bei der Wahl 2011 holte die konservative Volkspartei PP in Spanien 45 Prozent und damit die absolute Mehrheit im Parlament. Die sozialdemokratische PSOE, die bis dahin regiert hatte, stürzte dagegen ab, erreichte aber noch immer 29 Prozent. Zwei Jahre später versammelten sich auch die Deutschen einmal mehr hinter ihren beiden Großparteien. Die Union unter Kanzlerin Angela Merkel schrammte mit 42 Prozent knapp an der absoluten Mehrheit vorbei. Die SPD landete immerhin noch bei 26 Prozent. Danach ging es für Konservative und Sozialdemokraten steil bergab.

Seit 2015 schlägt sich Spanien mit wackeligen Minderheitsregierungen durch. Zuerst versuchten es die Konservativen, dann die Sozialdemokraten. Dann, nach der vorgezogenen Neuwahl im April, gelang es überhaupt keiner der beiden Parteien mehr, eine funktionsfähige Regierung auf die Beine zu stellen.

Wenn die Spanier am Sonntag wählen, geht es für die einst so großen Parteien PSOE und PP schon lange nicht mehr um absolute Mehrheiten. Sie wären überglücklich, wenn sie die 30-Prozent-Marke knacken würden. Die PSOE liegt in Umfragen bei 27, die PP bei 21 Prozent.

Wahrscheinlicher ist, dass sie sich als halbstarke

Source:: Business Insider.de

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