Ski alpin: 83. Weltcup-Sieg für Mikaela Shiffrin – Weltrekord

Die US-Amerikanerin gewann den Riesentorlauf am Kronplatz in Südtirol und ist nun die beste Skifahrerin der Geschichte.

Genau 16 Tage musste sich Mikaela Shiffrin die Bestmarke mit Landsfrau Lindsey Vonn teilen. Seit Dienstag ist die 27-Jährige mit jetzt 83 Siegen die alleinige Rekordhalterin und die erfolgreichste Rennläuferin im alpinen Weltcup. In ihrem 238. Rennen ließ sie nie Zweifel aufkommen, wer am Ende ganz oben stehen würde. Mit zweifacher Laufbestzeit verwies die Amerikanerin Lara Gut-Behrami (SUI) und Lokalmatadorin Federica Brignone (ITA) auf die Plätze.

„Es hat so viel Spaß gemacht“, war ihre erste Reaktion im Ziel. „Spaß ist für mich das Wichtigste.“

APA/AFP/MARCO BERTORELLO / MARCO BERTORELLO

Alter Schwede

In der ewigen Statistik hat Shiffrin nur noch Ingemar Stenmark vor sich, der Schwede hat 86 Weltcupsiege auf dem Konto. Ein objektiver Vergleich zwischen Frauen und Männer, noch dazu zu verschiedenen Zeiten, fällt allerdings schwer. Pikanterweise liegen die beiden Legenden selbst in Zahlen aktuell auf Augenhöhe. Shiffrin hält bei 238 Weltcup-Starts, Stenmark hatte laut FIS-Angaben 230. Shiffrin stand 131-mal auf dem Podest, Stenmark 155-mal.

Im Vergleich zum Technik-Spezialisten Stenmark ist Shiffrin skifahrerisch eindeutig  breiter aufgestellt. Zwar gelangen 51 ihrer 83 Siege im Slalom und 18 im Riesentorlauf. Doch Shiffrin ist eine Alleskönnerin: Je fünfmal gewann sie im Super-G und  bei Parallel-Events, dreimal in der Abfahrt und einmal in der Kombination, obwohl sie das Training in den Speed-Disziplinen nicht allzu sehr forciert. Chancen, um  an Stenmark vorbeizuziehen, gibt es heuer jedenfalls noch zur Genüge. Selbst die lange Zeit für unwirklich gehaltene 100-Siege-Marke scheint angesichts ihres Alters von nur 27 Jahren möglich.

Tatsächlich wirkt Shiffrin als Person gefestigter, ihr Slalom-Schwung sicherer denn je. Das Tief, das sie nach dem Tod ihres Vaters im Februar 2020 durchlebte, scheint vorbei – auch dank Freund Aleksander Aamodt Kilde.

„Es ist unfassbar“

Seit sie am 20. Dezember 2012 in Åre ihr erstes Weltcuprennen gewonnen hat, ist Shiffrin aus der Weltspitze nicht mehr wegzudenken. „Für die meisten ist es nicht möglich, in einer einzigen Disziplin zehn Jahre erfolgreich zu sein. Mikaela schafft das vom Slalom bis zur Abfahrt. Es ist unfassbar“, schwärmt auch ihr Manager Kilian Albrecht. Neben den Erfolgen im Weltcup holte Shiffrin auch zwei Mal Olympia- und sechs Mal WM-Gold. Dazu kommen vier Gesamtweltcupsiege und acht weitere kleine Kristallkugeln.

Erfolge, von denen die Österreicherinnen derzeit weit entfernt sind. Für einen Lichtblick am Kronplatz sorgte Julia Scheib (24), die mit Platz zwölf ihr bestes Karriereergebnis einfuhr. Katharina Liensberger und Katharina Truppe schafften es nicht in den zweiten Durchgang. Am Mittwoch folgt der zweite Riesenslalom am Kronplatz (10.30/13.30 Uhr/live ORF1).

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