Faktencheck: Warum es von Haider keine Blutproben mehr gibt

By raffaela.lindorfer@kurier.at (Raffaela Lindorfer)

Strache prangert auf Facebook an, die Proben seien verschwunden. Fakt ist: Es ist nicht vorgeschrieben, sie aufzubewahren.

In einem Facebook-Posting, das mit dem Schlagwort ++EILT++ eingeleitet wurde, heizte Heinz-Christian Strache am Donnerstag Verschwörungstheorien zum Tod Jörg Haiders an. Die Familie habe Blut- und Gewebeproben angefordert, diese seien aber „verschwunden“, schrieb er da – für Strache ist das „ein unfassbarer Skandal!!“.

Was ist dran an dieser Behauptung? Der KURIER hat nachgefragt:

1. Was hat es mit den Proben auf sich?

Blut und Gewebe, aber auch Urin, werden bei einer Leiche ent- bzw. abgenommen und analysiert, wenn die Todesumstände geklärt werden müssen. Zum Beispiel, wenn der Verdacht auf Fremdverschulden besteht.

Der Leichnam (und alles, was dazugehört) wird solange von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, bis die Todesursache zweifelsfrei feststeht. Liegt das gerichtsmedizinische Gutachten vor, kann der Leichnam freigegeben werden. Blut und Gewebe kann für die Zeit der Ermittlungen gesondert sichergestellt werden.

2. Was haben die Tests bei Haider ergeben?

Die Obduktion wurde damals in Graz durchgeführt, Blut und Gewebe wurden zusätzlich von der Gerichtsmedizin in Innsbruck und in München untersucht.

Haider hatte toxikologischen Gutachten zufolge 1,8 Promille Alkohol im Blut, als er am 11. Oktober 2008 mit dem Auto verunglückte. Hinweise auf andere Stoffe – im Raum stand damals, er könnte betäubt worden sein – gab es nicht.

APA/APA/Milenko Badzic/ORF

Strache und Haider bei der Nationalratswahl 2008

3. Was ist mit den Proben passiert?

Sie dürften tatsächlich vernichtet worden sein – allerdings ist das kein Skandal, wie Strache schreibt, sondern so üblich.

Laut einer internationalen Vereinbarung der Gerichtsmedizinischen Institute bzw. Labore werden Proben zwei Jahre lang fachgerecht aufbewahrt und dann entsorgt, erklärt Walter Rabl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin. „Darauf wird auch im Gutachten hingewiesen“, sagt Rabl. Die

Source:: Kurier.at – Politik

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