Karikaturen: Zeichner im Dienste des Populismus

By christoph.schwarz@kurier.at (Christoph Schwarz)

Bislang ging nur die FPÖ mit Cartoons in den Wahlkampf. Nun ziehen Pilz und SPÖ nach.

Als Peter Pilz bei der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause die Neos als „Parteidackel“ ihrer „Großwurstspender“ verunglimpfte, hatte er die Lacher (noch) auf seiner Seite. Pilz selbst dürfte vom eigenen Sprachwitz so begeistert gewesen sein, dass er das Thema wenig später nochmals aufgriff.

Auf seinem neuen Portal zackzack.at – eine Art linkes unzensuriert.at – erschien eine Karikatur von Beate Meinl-Reisinger, die die Neos-Chefin als hechelnden Dackel mit dem Neos-Großspender und Industriellen Hans-Peter Haselsteiner zeigt.

Die Erheiterung wich der Empörung. Die Karikatur hat ihren Zweck erfüllt. Oder doch nicht?

zackzack.at

Meinl-Reisinger als hungrige Hündin

Peter Pilz hat mit seiner gezeichneten Attacke auf den politischen Gegner gewissermaßen neue Wege beschritten. Zumindest, wenn man in die jüngere politische Vergangenheit blickt: Denn da überließen die heimischen Parteien das Zeichnen der FPÖ.

FPÖ als Vorreiter

Neben unabhängigen Karikaturisten, die in Massen-medien das politische Geschehen kommentieren, waren die Blauen zuletzt die einzigen, die leidenschaftlich mit Partei-Zeichnern experimentierten. Ihre Strategie: nicht nur überzeichnen und zuspitzen, sondern stets auch einen Tabu-Bruch begehen.

Das Kalkül ging meist auf. Egal, ob Plakate im Stile der antisemitischen NS-Zeitung Der Stürmer oder geklaute Sujets, in die man nachträglich jüdische Stereotype hineinretuschierte. Die Aufregung war stets enorm, die Aufmerksamkeit groß.

So groß, dass die Parteistrategen sogar den Chef als Comic-Figur inszenierten. Als „HC Man“ durfte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache Wien vor der rot-grünen Stadtregierung und der Islamisierung „retten“.

Angriffige Opposition

Die Karikatur, ein rechtes Phänomen? Nein, sagt Politikwissenschafter Marcelo Jenny, der an der Universität Innsbruck zu politischer Kommunikation und Wahlkämpfen forscht. Dass linke Parteien – allen voran die SPÖ

Source:: Kurier.at – Politik

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