Die Sazka-Gruppe und ihr Griff nach Casinos Austria

By michael.bachner@kurier.at (Michael Bachner)

Die tschechische Gruppe wollte heuer die volle Kontrolle über den Glücksspielriesen, blitzte aber ab.

Fast hätte die lange Geschichte der Casinos Austria (gegründet 1967, Spielbetrieb seit 1968) ein unrühmliches Ende genommen. Zumindest aus österreichischer Sicht.

Im Vorjahr stieg die tschechische Sazka-Gruppe des Milliardärs Karel Komarek ein und wurde noch vor der Republik Österreich und dem Glücksspielkonzern Novomatic zum größten Aktionär (38,29 Prozent). In der Folge entbrannte ein heftiger Kampf um die volle Kontrolle des Konzerns.

Doch seit der Hauptversammlung vom 20. Juni ist klar: Die Tschechen haben diesen Kampf wohl endgültig verloren. Die Novomatic widersetzte sich dem Ansinnen der Tschechen, alle Kapitalvertreter im Aufsichtsrat zu bestimmen. Zuvor hatte schon die Republik Österreich über ihre Beteiligungs-AG (ÖBAG) verhindert, dass die Tschechen einen Vierer-Vorstand installieren und dort zwei Mitglieder bestimmen.

Wenn man so will, haben sich Republik und Novomatic zusammen gegen die Sazka-Gruppe gestellt und den Poker für sich entschieden. Klagen sind die Folge. Ein Aufhänger der Tschechen für ein Schiedsgerichtsverfahren ist das Ibiza-Video.

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Vier Milliarden Umsatz

Damit bleiben die Casinos Austria – ein Paradebetrieb mit vier Milliarden Euro Umsatz, 4200 Mitarbeitern und 100 Millionen Gewinn – in rot-weiß-roter Hand. Vorerst zumindest. Rückzugspläne aus Österreich haben die Tschechen dementieren lassen („Gekommen, um zu bleiben“).

Seit Mai bestimmt nun ein Dreiervorstand die Geschicke des Glücksspielriesen mit 12 Casinos im Inland und international 26 Betrieben in zwölf Ländern.

Die politische Besetzung dieses Vorstands ist zwar nicht von der Hand zu weisen, aber angesichts der Mehrheitsverhältnisse auch nicht weiter verwunderlich. Es gibt eben drei große Aktionäre, und jeder hat sich einen Vorstand ausgesucht. Natürlich nicht offiziell, das macht der Aufsichtsrat – wo der Bestellungsbeschluss freilich einstimmig fiel.

Zur Generaldirektorin aufgestiegen ist Bettina Glatz-Kremsner, die langjährige Finanzchefin (seit

Source:: Kurier.at – Politik

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